Frau Speitmann, das Wasted in Jarmen ist ein besonderes Musikfestival: 2016 gegründet ist es jedes Jahr eine Koproduktion mit der Punkrockband Feine Sahne Fischfilet. Wie veranstaltet man so ein Festival und was ist Ihre Aufgabe dabei?
SPEITMANN: Ich habe die Festivalleitung 2023 übernommen und ich bin Head of Everything. (lacht) Also eine Ansprechpartnerin für jede:n, wenn irgendwas ist. Unsere Arbeitsstrukturen sind direkt und ohne Hierarchien. Mit mir arbeitet ein gleichgestellter Produktionsleiter und diverse Abteilungsleiter:innen. Gleichzeitig arbeiten wir eng mit der Band. Feine Sahne Fischfilet haben dabei ein großes Mitspracherecht. Letzten Endes bin ich die Person, bei der die zahlreichen Stränge zusammenlaufen und die das Gesamtprojekt überblickt. Als gelernte Veranstaltungskauffrau habe ich lange als Projektleiterin im Messebau und im Rahmen eines Setbaujobs ein bisschen Tourluft geschnuppert. Dass ich diesen Job nun mache, ist ein ziemlicher Zufall .
Manchmal verhilft der Zufall zu den spannendsten Jobs.
SPEITMANN: Das stimmt. Wobei das hier alles nebenberuflich umgesetzt wird. Das gilt für alle. Wir haben im Rest des Jahres auch andere Jobs und stemmen nebenbei dieses Festival.
Was macht dabei ein gutes Musikfestival aus?
SPEITMANN: Das kommt darauf an. Ich persönlich bin kein Fan dieser Megafestivals. Viele große Musikfestivals haben meiner Meinung nach ihren Charakter verloren und ähneln sich stark. Die Banner sehen gleich aus, sogar die Sponsoren und Fressbuden sind ähnlich. Ich mag mittelgroße Festivals mit Charakter und Charme. Ich mag es, wenn man als Besucher:in sieht, dass nicht alles perfekt ist, sondern dass viele Leute viel Herzblut in ein Festival gesteckt haben. Natürlich steht und fällt jedes Musikfestival mit dem Line-Up. Aber letzten Endes sind es die Liebe zum Detail und die Motivation der Beteiligten. Man merkt schnell, ob Crews Bock haben oder nicht. Und das färbt auf das Festivalerlebnis ab.
In Branchendiskussionen hört man einerseits vom Festivalsterben, andererseits gibt es auch immer wieder neue Musikfestivals. Wie blicken Sie auf die Festivallandschaft? Welche Entwicklungen nehmen Sie wahr?
SPEITMANN: Auch hier muss man unterscheiden: Ich glaube nicht, dass sich das Segment der großen Festivals genauso entwickelt wie das der kleineren. Ich nehme wahr, dass es wieder mehr kleinere oder Ein-Tages-Festivals gibt. Es ist nur ein Gefühl, aber ich denke, dass sich mittlerweile wieder mehr jüngere Leute trauen, etwas auf die Beine zu stellen. Und die fangen natürlich klein an. Gleichzeitig spielt der Genreschwerpunkt auch eine Rolle. Es gibt Musikfestivals, die ein sehr breites Genrespektrum abdecken. Viele Musikfestivals haben aber eine Art Hauptgenre, das wichtig für ihre Identität ist. Das Summer Jam oder das Splash stehen für ein Genre. Dort geht man als Metalhead nicht hin. Ich bin mir nicht sicher, wie Genres mit dem Kommen und Gehen von Musikfestivals zusammenhängen, aber ich denke, es spielt auch eine Rolle.
Ihr Festival ist vergleichsweise jung. Es wirkt, als seien alle Beteiligten sehr vertraut. Wie kann man sich die Zusammenarbeit vorstellen?
SPEITMANN: Wir haben einen Vorteil, weil sich das Team schon lange kennt. Unser Team setzt sich zum Großteil aus langjährigen Freund:innen und Bekannten zusammen. Oft melden sich viele Menschen auch spontan und möchten helfen, also ehrenamtlich und aus Überzeugung. Das hat insbesondere in der Zeit nach der Pandemie sehr geholfen, um schleppende Ticketverkäufe zu kompensieren. Die Positionen mit höherer Verantwortung übernehmen natürlich Profis, aber so manche Schicht am Tresen oder bei den Ordner:innen konnten wir mit Ehrenamtlichen besetzen. Das ist eine Win-Win-Situation. Viele junge Menschen können auf diese Weise am Festival teilnehmen, weil sie sich das Ticket sonst gar nicht hätten leisten können. Unser Musikfestival ist recht idealistisch und es gibt zum Glück viele Menschen, die Bock haben, uns zu unterstützen.
Kommen wir zum Programm. Welche Faktoren spielen die größte Rolle bei der Planung? Woran orientieren Sie sich als Programmverantwortliche?
SPEITMANN: Das ist immer eine Gratwanderung: Ein Ziel ist immer, dass wir möglichst viele Menschen ansprechen möchten. Ein anderes Ziel ist, das eigene Konzept nicht zu verwaschen. Über die Jahre ist unser Programm diverser geworden. Zuletzt sind zum Beispiel auch Panels und Diskussionen Teil des Programms geworden, auch Live-Podcasts. Das heißt natürlich nicht, dass die Musik in den Hintergrund gerät. Musik ist nach wie vor der wesentliche Baustein im Programm. Mein Eindruck ist allerdings, dass viele Festivals sich einer gewissen Verantwortung bewusst geworden sind und mehr Input leisten wollen als nur Musik.
Würden Sie sagen, dass Diversität ein expliziter Faktor ist, den Sie bei der Planung berücksichtigen? Nicht im Sinne einer Genrevielfalt, sondern mit Blick auf die Musiker:innen, die Ihr Publikum auf der Bühne sieht?
SPEITMANN: Ja, absolut. Wir haben beim Rückblick auf vergangene Ausgaben gemerkt, dass extrem wenig weibliche Charaktere vertreten waren. Das ist unbewusst und sicherlich nicht absichtlich passiert. Wenn man sich so einen Aspekt nicht bewusst vor Augen führt, kann so etwas passieren. Deshalb legen wir mittlerweile Wert darauf, mehr Bands mit weiblicher Beteiligung oder sogar rein weibliche Bands in unserem Programm zu haben. Das ist bei vielen großen, etablierten Festivals meines Erachtens bis heute kaum der Fall. In den ersten drei Reihen des Line-Ups stehen hinter fast allen Acts männliche Musiker. Manchmal denke ich, dass es gerade bei uns im ländlichen Mecklenburg-Vorpommern noch wichtiger ist. In Großstädten kann ich kaum jemandem das erste Mal eine queere Band vorstellen. Das ist bei uns anders. Unser Publikum ist sehr aufgeschlossen. Gemeinsam schaffen wir diese Erlebnisse, um mal über den eigenen Tellerrand zu schauen. Ich finde es auch sehr angenehm, aus der eigenen Blase und Komfortzone herauszukommen und nicht nur mit Menschen zu arbeiten, die ohnehin eine ähnliche Sicht auf die Welt haben und ähnliche Erfahrungen machen.
Sie haben die Genres schon angesprochen. Welche Bedeutung haben Genres generell für Musikfestivals, und wie wichtig sind sie für die Identität des Wasted in Jarmen?
SPEITMANN: Wichtige und gute Frage. In unserem Fall ist es weniger ein bestimmtes Genre, dem wir uns verschrieben haben. Die Band Feine Sahne Fischfilet hat das Festival ins Leben gerufen und ist damit als Band ein großer Fixpunkt für uns. Sie ist ein fester Act und jedes Jahr dabei. Insofern sind wir über die Band selbst und mittelbar deren Genre vorgeprägt. Außerdem kommt hinzu, dass wir alle einen recht ähnlichen Musikgeschmack haben. Wir sind uns in Programmfragen, unabhängig vom genauen Genre, oft schnell einig – insbesondere auch mit Blick auf Programmpunkte, die wir sicher ausschließen können. Also wir wissen oft sehr gut, was wir nicht im Programm zeigen möchten (lacht). Wir experimentieren jedes Jahr ein bisschen. Letztes Jahr hatten wir zum Beispiel auch einen Schlageract und der ist erstaunlich gut angekommen. Das muss nicht exakt mein Ding sein, sondern im Gesamten und für das Publikum funktionieren. Letztlich trägt so eine Programmentscheidung auch dazu bei, dass wir mittlerweile weniger Gegenwind aus dem Umland erfahren. Es ist nicht so, dass wir von allen freundlich gegrüßt werden, aber ich habe das Gefühl, dass wir in der Umgebung nun teilweise wohlwollender wahrgenommen werden. Ich will damit sagen: Genres zählen nicht zwangsläufig zu den wichtigsten Kriterien für das Publikum. Viele ältere, klassische Rockfestivals haben sich in den letzten Jahren total gewandelt und beispielsweise Hip Hop geöffnet – und die Leute gehen ja trotzdem oder vielleicht auch gerade deshalb dorthin. Und viel Partygedöns und Rahmenprogramm gibt es eh überall. Viele Line-Ups ähneln oder wiederholen sich ohnehin – gerade bei den großen Musikfestivals.
„Kleinere Festivals können den Trumpf spielen, sich zu spezialisieren und ein spezielles Genre abdecken.“
Würden Sie dann sagen, dass Genres allgemein weniger wichtig werden? Stichwort Genrefluidität?
SPEITMANN: Ich glaube, dass es größenabhängig ist. Große Festivals müssen viele Tickets verkaufen, das heißt, sie müssen für viele Menschen attraktiv sein und häufig gilt dort: wachsen, wachsen, wachsen. Kleinere Festivals müssen natürlich auch Tickets verkaufen, aber gerade die kleineren können den Trumpf spielen, sich zu spezialisieren und ein spezielles Genre abdecken. Sie schaffen mit ihrem Programm eine Nische und finden eher ihre Communities im Kleinen.
Eine weitere Frage zum Programm: Inwiefern sehen Sie, dass Musikfestivals wie das Wasted in Jarmen Raum für neue Talente schaffen? Welche Rolle spielt die Nachwuchsförderung im Programm für Sie?
SPEITMANN: Wir haben ein Projekt für junge Bands. Wir veranstalten jedes Jahr einen Wettbewerb, keinen klassischen Contest. Vor dem Festival können sich explizit Bands aus Mecklenburg-Vorpommern per E-Mail mit einem Video bewerben. Wer gewinnt, darf am Festivalsamstag die Hauptbühne eröffnen. Uns ist es wichtig, dass lokale Künstler:innen unterstützt werden. Grundsätzlich legen wir da Wert darauf, dass wir auch nicht nur die großen Acts aus westdeutschen Bundesländern buchen. Uns ist wichtig, Strukturen in Mecklenburg-Vorpommern zu fördern. Aus dieser Idee ist dieses Festival entstanden: Leuten etwas geben oder zurückgeben und etwas in einer Gegend machen, wo sonst eher nichts passiert und sich die Kids immer noch ihre Nachmittage an der Bushaltestelle vertreiben.
Sie sprechen das Publikum an. Was glauben Sie, warum entscheiden sich Menschen, Ihr Musikfestival zu besuchen? Ist zu große Langeweile an der Bushaltestelle schon Motivation genug?
SPEITMANN: Naja, in Mecklenburg-Vorpommern gibt es nun wirklich nicht so viele Festivals. Ein ähnliches Festival zur selben Zeit im Sommer kenne ich nicht, also nicht in Mecklenburg-Vorpommern. Gerade in den vermeintlich strukturschwachen Regionen ist es eine Preisfrage. Das gilt insbesondere für junge Menschen. Irgendetwas am Festival muss dich sehr ansprechen, so viel Geld für ein Wochenende auszugeben. Wenn das Geld knapp, aber das Festival spannend ist, kann das auch dazu führen, dass du dich ehrenamtlich einbringst – und als Gegenleistung das Festival erleben kannst.
Für viele Festivals ist Barrierefreiheit ein wichtiges Thema. Ihr Hauptgelände scheint so beschaffen zu sein, dass man sich dort beispielsweise mit einem Rollstuhl bewegen kann. Es gibt auch eine Tribüne. Wie gehen Sie mit dem Thema Barrierefreiheit um? Was sind die größten Herausforderungen für Sie?
SPEITMANN: Grundsätzlich haben wir den Anspruch, unser Festival für alle zu gestalten. Das Hauptgelände ist barrierefrei, allerdings grenzt unser Gelände an einen Badesee, wo sich ebenfalls eine kleine Bühne befindet. Der Untergrund ist sandig, es ist sehr hügelig. Wenn Gäste mit einer Gehbehinderung zu uns kommen, ist das ein Problem. Gäste mit Behinderung können grundsätzlich immer kostenfrei eine Begleitperson mitbringen, aber das stößt natürlich an seine Grenzen. Es ist bitter, aber es ist eine Budgetfrage: Wir haben nicht die Mittel, unser Gelände komplett barrierefrei zu gestalten – insbesondere in der kurzen Zeit. Das wäre auch nicht nachhaltig. Wir müssen unsere Bauten am Ende wieder zurückbauen. Die Kosten, die diese Maßnahme verursachen würde, können wir nicht refinanzieren. Der Ticketpreis soll im Umkehrschluss auch keine Barriere werden. Wir versuchen, den Festivalpreis möglichst gering zu halten. Das ist ein ständiges Abwägen.
Sie haben es vorhin schon gestreift: Zivilgesellschaftliches und politisches Engagement scheint eine große Rolle für Ihr Festival zu spielen. Könnten Sie das etwas näher ausführen? Was machen Sie genau? Und mit wem?
SPEITMANN: Es ist kein Geheimnis, dass sich das politische Klima in Mecklenburg-Vorpommern verändert hat und wir ein Problem von rechts haben. Die Mitglieder von Feine Sahne Fischfilet sind in dieser Region aufgewachsen und kennen das nur zu gut. Nazis sind ätzend, da sind wir uns alle einig. Und vielleicht ist das schon unsere Hauptmessage. Konkret arbeiten wir sehr viel mit Juventa und anderen Seenotrettungsorganisationen. Wir integrieren Vorträge, zeigen Filme. Danach haben wir oft gehört, dass Menschen erst in diesen Momenten verstanden haben, wie furchtbar es sein muss, mit einem Schlauchboot aufs offene Meer zu fahren. Wir betreiben Aufklärung und möchten informieren. Wir haben zum Beispiel eine Journalistin eingeladen, die ganz plastisch ihre Erlebnisse auf der Balkanroute geschildert hat. Das Publikum war sehr ergriffen. Dabei geht es schon darum, für mehr Akzeptanz zu werben und einen klaren Druck gegen rechts zu erzeugen. Im Grunde bauen wir aber Angst und Vorurteile ab. In unserer Region leben ja kaum Migrant:innen. Flucht und Migration ist nicht das einzige Thema. Wir sind auch in Sachen Awareness engagiert und auch beim Thema Mobbing im Internet. Wenn so wenig los ist, gehen viele Jugendliche nicht viel raus und flüchten sich ins Internet.
Sie haben Awareness angesprochen. Wie gestalten Sie die Awarenessarbeit bei Ihrem Festival?
SPEITMANN: Unser Awareness-Team kommt extern von einer Crew aus Bremen und ist eng mit unseren Securitymitarbeitenden im Austausch. Wir kennen den Chef der Security- und Awarenesscrew sehr gut und sind befreundet. Da herrscht ein großes Vertrauensverhältnis. Das Team macht unterschiedliche Dinge. Sexuelle Übergriffe hatten wir zum Glück noch nicht. Es gibt manchmal den Fall, dass Gäste sich einen Rückzugsraum wünschen – aus unterschiedlichen Gründen. Eine Facette der Awarenessarbeit hat uns überrascht: Wir sind viel mit Kindern in Kontakt. Viele Eltern bringen ihre Kinder mit zum Festival. Wir haben einen Kidsspace, den Leute auch ohne Festival-Ticket besuchen können. Einfach damit echt alle etwas vom Festival haben. Dort haben wir öfter Kinder beziehungsweise Eltern mit ihren Kindern unterstützt, wenn Kinder zum Beispiel geweint haben, weil sie dachten, ihre Eltern wären verloren gegangen. Oder einfach, weil die Situation unübersichtlich war.
Viele Festivals möchten grüner werden. Wie ist das beim Wasted in Jarmen? Was unternehmen Sie, um Ihr Festival nachhaltiger zu gestalten?
SPEITMANN: Wir haben uns auf den Weg gemacht, andere Musikfestivals sind vielleicht schon weiter. Bei uns ist das Thema Mülltrennung auf jeden Fall ein großes Thema. Wir möchten in Zukunft besser ermitteln, wo und welcher Müll anfällt – und wie man folglich auch Müll vermeiden kann. Aktuell haben wir noch zu viel Mischmüll. Wir haben das Glück, dass unser Publikum für dieses Thema schon sehr sensibilisiert ist. Wir haben in der Vergangenheit dazu aufgerufen, möglichst viel Müll einzusparen oder mit nach Hause zu nehmen. Das hat tatsächlich dazu geführt, dass viele das Gelände abgelaufen sind und aktiv Müll gesammelt haben. Auf dem Campingplatz gab es sehr wenig Müll. Das war der Wahnsinn und ein sehr schönes Gefühl. Zigaretten sind allerdings so eine Sache. Die meisten Gäste haben keine Taschenaschenbecher und schmeißen ihre Kippen dann halt auf den Boden. Niemand sieht, wie dann beim Abbau 20 Leute über den Acker kriechen und versuchen, jeden Zigarettenstummel wieder aufzusammeln. Das Thema Strom ist auch relevantWir fragen uns, wie wir mit Solarstrom arbeiten könnten, um endlich weg von Dieselgeneratoren zu kommen. Gerade in ländlichen Regionen kannst du dir nicht überall einen Starkstromanschluss aus dem Netz legen lassen. Aber das ist alles noch Zukunftsmusik.
Spätestens seit der Coronapandemie können viele Musikfestivals Förderanträge stellen. Die Initiative Musik hat den Festivalförderfonds eingerichtet. Welche Erfahrungen haben Sie mit Förderungen gemacht?
SPEITMANN: Mein Vorgänger hat damals Mittel über Neustart eingeworben. Aktuell haben wir uns ein bisschen von Förderung verabschiedet. Wir haben es zwar mehrfach versucht, aber wir haben das Problem, dass uns aufgrund der nebenberuflichen Umsetzung die Zeit für die Anträge etc. fehlt. Du musst so etwas vernünftig planen und verwalten. Wir versuchen also ohne Unterstützung klarzukommen. Im schlimmsten Fall wäre Feine Sahne Fischfilet zum Glück immer bereit, Defizite aufzufangen und das Festival zu retten. Allerding sind wir auch ein bisschen stolz, dass wir ohne Förderung klarkommen. Gleichzeitig ist es schon komisch, dass man als kleines Festival abwägen muss, ob es die Mühe wert ist, ob man die Kapazitäten hat – immer in der Hoffnung, dass es wirklich klappt. Das ist ja nicht gesagt.
In welchen konkreten Bereichen würden Sie sich denn mehr Unterstützung wünschen?
SPEITMANN: Nachhaltigkeit. Dort wäre Unterstützung wichtig, um große Sprünge zu machen. Das heißt, finanzielle Hilfe wäre super, aber auch Wissen und Informationen. Und unseren Kidsspace würden wir gerne ausbauen. Das ist ein Angebot, das keine Einnahmen generiert. So etwas kann in der Peripherie eines Musikfestivals eigentlich super entstehen, ist aber wirtschaftlich nicht so umzusetzen, wie wir es uns wünschen würden. Wir möchten ein Highlight im Jahr ermöglichen, auf das sich Kinder und Jugendliche und deren Eltern freuen, weil sie schöne gemeinsame Erlebnisse haben. Wir denken unser Musikfestival immer als Gesamtes.
Den Eindruck habe ich auch. Vielen Dank für das Gespräch.
SPEITMANN: Gerne, vielen Dank für das Interesse.
Das Interview wurde von Niklas Blömeke (Büro für Kulturstatistik) im Rahmen der Festivalstudie geführt und im Frühjahr 2025 für die Veröffentlichung aufbereitet.















