Der Präsident des Zentralrats der Juden, Dr. Josef Schuster, zur Absage des Konzertes der Münchener Philharmoniker und des Chefdirigenten Lahav Shani:
„Wer einen Künstler aufgrund seiner Staatsangehörigkeit oder seiner jüdischen Religion ausgrenzt und diskreditiert, tritt die Werte unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung mit Füßen. Dass sich die Kulturpolitik in Gent ausdrücklich hinter die Entscheidung des Festivals stellt, wirft Fragen auf, die weit über den Einzelfall hinausgehen. Die Begründung, man wolle die ‚Serenität‘ des Festivals wahren, stellt ein fatales Signal dar: Jüdische oder israelische Künstler müssen sich offenbar erst politisch rechtfertigen, um am kulturellen Leben teilhaben zu dürfen. Dies ist mit dem Anspruch einer offenen, pluralistischen Gesellschaft nicht vereinbar. Künstlerische Freiheit darf nicht selektiv gewährt werden – und schon gar nicht auf Grundlage von Herkunft oder Religion. Wer sich zu solchen Ausschlüssen bekennt, stellt sich gegen die Grundprinzipien kultureller Vielfalt.“