Wo im Netz gibt es Informationen zu Komponistinnen und Komponisten?
Das Portal Klassika enthält zu zahlreichen klassischen Komponist:innen und Dirigent:innen kurze Lebensläufe und eine übersichtliche Auflistung ihrer Werke. Bereitgestellt werden auch diskografische Tipps sowie ein tagesaktueller Kalender mit Jubiläen, Geburts- und Todestagen: www.klassika.info. Für die weitergehende und eindeutige Identifizierung von Kompositionen sind Werkverzeichnisse wichtig, da sie eine detaillierte Beschreibung und vor allem Incipits der Werke (Notenbeispiele der ersten Takte) enthalten. Die meisten Publikationen sind als gedruckte Ausgaben erhältlich. Zu welchen Personen gedruckte oder online verfügbare Werkverzeichnisse existieren, listet die entsprechende Arbeitshilfe der Deutschen Nationalbibliothek zur Katalogisierung von Musikwerken auf. Für biografische Fragen und Werkinformationen sind Forschungsinstitute und Museen zu einzelnen Komponisten nicht nur bei Auskünften behilflich, sondern sie bieten auch gut aufbereitete Websites mit zuverlässigen Angaben. Einige repräsentative Beispiele: Weitere Websites von musikwissenschaftlichen Forschungseinrichtungen in Deutschland lassen sich über die Suche beim Deutschen Musikinformationszentrum ermitteln. Besitznachweise für Komponisten-Nachlässe innerhalb von Bibliotheken und Archiven in Deutschland einschließlich Korrespondenzen und weiteren Dokumenten sind in der Datenbank Kalliope zu finden, die von der Staatsbibliothek zu Berlin gepflegt wird. Das am Institut für Historische Musikwissenschaft der Universität Hamburg erstellte Lexikon verfolgter Musikerinnen und Musiker der NS-Zeit (LexM) bietet über 900 Langbeiträge und 4.600 Kurzartikel mit biografischen und bibliografischen Informationen. Der in Berlin seit 1990 aktive Verein „musica reanimata e.V.“ hat die Informationen zu den in Gesprächskonzerten porträtierten Komponist:innen hier zusammengetragen. Überblicksartikel zu derzeit 1.200 internationalen Komponist:innen des 20. und 21. Jahrhunderts, darunter 300 ausführliche Porträts, bietet das Lexikon Komponisten der Gegenwart (KDG). Es wird in einer gedruckten Loseblatt-Ausgabe veröffentlicht und ist online kostenpflichtig über das Portal Munzinger Online zugänglich. Das Datenbank-Infosystem dbis zeigt, welche Bibliotheken das KDG lizenziert haben. Das Archiv Frau und Musik in Frankfurt a. M. wurde 1979 gegründet und ist das international größte Archiv dieser Art. Ein mehrköpfiges Team sammelt und erschließt die über 31.000 Materialien von über 2.100 Komponistinnen und stellt u. a. Repertoirelisten nach Besetzung online zur Verfügung. 2001 als freies Forschungsinstitut gegründet, bietet das Sophie Drinker Institut für musikwissenschaftliche Frauen- und Geschlechterforschung in Bremen neben vielen anderen Aktivitäten eine Aufsatzdatenbank zur musikwissenschaftlichen Frauen- und Geschlechterforschung sowie ein Lexikon europäischer Instrumentalistinnen des 18. und 19. Jahrhunderts an. MUGI – Musik und Gender im Internet nennt sich das 2003 gegründete Institut an der Hochschule für Musik Hamburg, das bisher u. a. ein umfassendes Online-Lexikon mit über 545 informativen Artikeln zu Komponistinnen erarbeitet hat. Seit 2022 wird MUGI ebenfalls von Weimar und Luxemburg aus betreut. Das an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover 2006 eingerichtete Forschungszentrum Musik und Gender sammelt in einer eigenen Bibliothek u. a. Briefe, Autografen sowie neue und alte Drucke von Komponistinnen. Das Kulturbüro der Stadt Unna betreut und erweitert die 1989 von Elke Mascha Blankenburg gegründete Internationale Komponistinnen-Bibliothek mit 3.500 Noten und Tonträgern. Zu Musikschaffenden einzelner Länder gibt es Informationen ebenso wie Kontaktdaten auf den Websites der Musikinformationszentren von über 35 verschiedenen Ländern, die - wie das miz für Deutschland - in der International Association of Music Information Centers (IAMIC) organisiert sind. Spezielle Institute zu einzelnen Kontinenten oder Regionen beherbergen ebenfalls oft Musikmaterialien, z. B. das Ibero-Amerikanische Institut in Berlin. Die Organisation Music by Black Composers (MBC) aus Chicago macht Schwarze Komponist*innen und ihre Musik besser sichtbar. Auf ihrer Website bietet sie dazu u. a ein „Living composers directory“ und ein „Historic Composers Directory“ über Personen hauptsächlich aus den USA, aber auch aus Lateinamerika, Europa und Afrika. Das Jazzinstitut Darmstadt pflegt nicht nur eine Literaturdatenbank, sondern auch eine Datenbank, in der u. a. Interpret*innen mit Biografien und Kontaktdaten zu finden sind, recherchierbar z. B. nach Stil, Instrument oder Region. Das Klaus-Kuhnke-Institut für Populäre Musik (KKI) ist der Hochschule der Künste Bremen angegliedert. Das KKI hat einen Bestand von über 150.000 Tonträgern, 10.000 Büchern sowie 170 Zeitschriften. Drei verschiedene Online-Kataloge bieten Einstiege nach Tonträgern, Büchern oder ausgewerteten Zeitschriftenartikeln. Noch im Aufbau befindet sich das in Dresden ansässige Archiv für populäre Musik im Osten mit einer Sammlung über Tanzmusik in der DDR und vielen weiteren Materialien. Die umfangreiche amerikanische Seite http://www.allmusic.com enthält Biografien, Diskografien und Rezensionen vor allem zur Popmusik, außerdem ist sie hilfreich bei der Einordnung in Genres. Komprimierte, informative Biografien in deutscher Sprache von über 2.100 Bands und Einzelinterpret:innen bietet das Munzinger Pop-Archiv International. Das gebührenpflichtige Angebot ist über den Mitgliedsausweis fast jeder Stadtbibliothek kostenlos und online zu Hause erreichbar. Eine sehr umfangreiche Bibliothek mit Noten, Tonträgern und Sekundärliteratur zu Volksliedern, Musicals und Popularmusik hält das an der Universität Freiburg angesiedelte Zentrum für Populäre Kultur und Musik (ZPKM) vor. Ein Projekt des ZPKM Freiburg ist das Songlexikon mit Angaben zur Entstehungsgeschichte und Rezeption sowie Analysen von Songs aus verschiedensten Genres ab Beginn der Tonaufzeichnung.