Musikhochschulen bieten ein breites Studienangebot mit einem Schwerpunkt auf künstlerische Fächer. Lehramt Musik und Musikwissenschaft wird in stärkerem Maße an Universitäten studiert.

Mehr als 18.700 Erst-, Zweit und Drittfachbelegungen verzeichnete das Statistische Bundesamt im Wintersemester 2024/25 in Studienrichtungen des Fachbereichs „Musik, Musikwissenschaft“ an den Musikhochschulen. Die Musikhochschulen bilden damit die größte Gruppe der Musikstudierenden aus (60 %). Ihr Schwerpunkt liegt auf den künstlerischen Fächern: Mehr als 95 % aller Studierenden in Studiengängen für Instrumental- und Orchestermusik, Gesang, Komposition und Dirigieren studieren an einer Musikhochschule. Der prozentuale Anteil fällt nur in Studiengängen für Kirchenmusik (83 %) und Jazz und Popularmusik (67 %) etwas geringer aus – hier treten die Universitäten stärker in Erscheinung; bei Jazz und Instrumentalmusik z. T. auch die Fachhochschulen.

In der künstlerisch-pädagogischen Hochschulausbildung lässt sich eine Verteilung andere beobachten. 52 % der Studierenden der Musikpädagogik (ohne Lehramt) und Rhythmik sind an einer Musikhochschule eingeschrieben, 33 % an einer Universität, 14 % an einer Fachhochschule und 1 % an einer Pädagogischen Hochschule. Lehramt Musik wird dagegen am Häufigsten an einer Universitäten studiert (48 %); weitere 39 % der Musik-Lehramtsstudent:innen sind an einer Musikhochschule eingeschrieben, 13 % an einer Pädagogischen Hochschule.

Musikwissenchaftliche Fächer werden überwiegend an einer Universität studiert – dies trifft auf 78 % aller Musikwissenschaftsstudent:innen zu. 22 % haben Musikwissenschaft an den Musikhochschulen belegt.

Die künstlerisch-technische Hochschulausbildung konzentriert sich besonders auf die Fachhochschulen: 80 % der Studierenden im Studienfach Tonmeister sind einer FH eingeschrieben - weitere 20 % studieren an einer Musikhochschule.

Tabelle
Studierende in Studiengängen für Musikberufe – nach Hochschularten
Tabelle: Studierende in Studiengängen für Musikberufe – nach Hochschularten

Hinweis

Grundlage der Studierendenstatistik sind die Verwaltungsdaten der einzelnen Hochschulen, die im Rahmen der Ersteinschreibung bzw. der Rückmeldung der Studierenden erhoben und anschließend an die Statistischen Landesämter und von diesen an das Statistische Bundesamt übermittelt werden. Die Daten beziehen sich jeweils auf das Wintersemester (WS) und umfassen alle in einem Fachstudium eingeschriebenen Personen (ohne Beurlaubte, Studienkollegiat:innen und Gasthörer:innen). In der vorliegenden Tabelle sind die Daten für den bundeseinheitlichen Fachbereich „Musik, Musikwissenschaft“ ausgewiesen. Aufgrund von z. T. voneinander abweichenden Schlüsselzuordnungen landesspezifischer Hochschulfächer in den bundeseinheitlichen Fachbereich kann es bei den Zahlenreihen zu Ungenauigkeiten kommen.

Die Gesamtzahl der Studierenden in Studiengängen für Musikberufe lässt sich nur annähernd ermitteln, da über den Umfang möglicher Mehrfachbelegungen von Studienfächern innerhalb des Bereichs „Musik, Musikwissenschaft“ keine Angaben vorliegen; die in der vorliegenden Darstellung ausgewiesene Summe aller Belegungen von 1., 2. und 3. Studienfächern dürfte daher etwas höher ausfallen als die unbekannte Gesamtstudierendenzahl des Fachbereichs. Dagegen spiegelt die in den Publikationen des Statistischen Bundesamts ausgewiesene Gesamtzahl der Studierenden im Fachbereich „Musik, Musikwissenschaft“ die Summe aller 1.-Fachbelegungen ohne Mehrfachzählung, lässt aber solche Studierende außer Betracht, deren Musikstudienfach als 2. oder 3. Fach erfasst ist und deren 1. Studienfach außerhalb des Bereichs „Musik, Musikwissenschaft“ liegt.

Nicht erfasst sind Studierende in Studiengängen für Musikberufe, die in der bundeseinheitlichen Fächersystematik nicht dem Fachbereich „Musik, Musikwissenschaft“ zugeordnet sind. Dazu zählen Studierende im Fachbereich „Darstellende Kunst, Film und Fernsehen, Theaterwissenschaft“ (darunter Bühnenkunst, Regie u. a.) sowie Studierende in musikbezogenen Studiengängen mit z. B. betriebswirtschaftlicher, journalistischer, therapeutischer oder materialwissenschaftlicher Ausrichtung. Auch gibt es interdisziplinäre Studiengänge mit musikwissenschaftlichem Anteil, die nicht dem Fachbereich  „Musik, Musikwissenschaft“ zugeordnet sind. Zudem gibt es für den Musikbereich relevante Hochschuleinrichtungen wie die Popakademie Baden-Württemberg sowie weitere Fachakademien, Konservatorien, Privatinstitute sowie Kirchenmusik- und Fachhochschulen, die gar nicht durch das Statistische Bundesamt erfasst werden und für die aktuell keine Studierendenzahlen vorliegen.

Die in der vorliegenden Statistik aufgeführten Studienfächer weichen z. T. von der Fächersystematik des Statistischen Bundesamts ab. So sind die vom Statistischen Bundesamt separat erfassten Studienfächer „Instrumentalmusik“ und „Orchestermusik“ aufgrund fehlender Trennschärfe als ein Studienfach zusammengefasst dargestellt. Hingegen weist das Statistische Bundesamt Lehramt Musik nicht als eigenes Studienfach aus: Sämtliche Studierende musikpädagogischer Studienfächer werden in der amtlichen Statistik unter „Musikerziehung“ abgebildet. Nur über ergänzende Angaben zur Prüfungsgruppe lassen sich die Studienfächer „Lehramt Musik an allgemeinbildenden Schulen“ und „Musikerziehung im freien Beruf und an Musikschulen“ differenziert darstellen. Da sich das Statistische Bundesamt beim amtlich ausgewiesenen Fach „Rhythmik“ aktuell nur noch auf die Studierenden des Fachs an der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen bezieht, werden diese in der vorliegenden Darstellung nicht separat, sondern zusammen mit den Studierenden der „Musikerziehung im freien Beruf und an Musikschulen“ ausgewiesen.

Die Daten für das Wintersemester 2017/18 werden in der vorliegenden Darstellung nicht berücksichtigt, da bei der Übermittlung der Verwaltungsdaten für das Semester bei mindestens einer Hochschule Fehler aufgetreten sind, was auf Bundesebene zu teils erheblichen Verzerrungen der Studierendenzahlen in einzelnen Studienfächern führte.

Statistik

Footnotes

  1. Einschließlich der Studierenden der Barenboim-Said Akademie Berlin (seit WS 2016/17) sowie der Kirchenmusik-hochschulen in Regensburg, Bayreuth, Dresden, Halle und Herford.

  2. Die Musikwissenschaft ist an verschiedenen interdisziplinären Studiengängen beteiligt, deren Curricula musikwissenschaftliche Lehrinhalte in unterschiedlichem Umfang enthalten. Diese Anteile schlagen sich in den amtlich ausgewiesenen Fachbelegungen des Studienfachs „Musikwissenschaft, Musikgeschichte“ nicht ausreichend nieder, da die betreffenden Studiengänge über den bundeseinheitlichen Studienfachschlüssel anderen Studienfächern innerhalb oder außerhalb des Fachbereichs „Musik, Musikwissenschaft“ zugeordnet sein können, was sich in den Daten des Statistischen Bundesamts teilweise nachvollziehen lässt.

  3. Ohne Studierende der Popakademie Baden-Württemberg.

  4. Berücksichtigt sind die Studienangebote für Tonmeister an den Musikhochschulen Berlin (UdK) und Detmold sowie die B.A.-Studiengänge Musikproduktion und Audiodesign an der Hochschule der populären Künste Berlin (seit 2019/20 Berlin School of Popular Arts); ab WS 2013/14 zusätzlich auch der B.A.-Studiengang „Sound, Music and Production“ an der Hochschule Darmstadt, sowie Studierende der FH Dortmund (ab WS 2016/17) und der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf (ab WS 2018/19).

Quelleninformationen

Zusammengestellt und berechnet vom Deutschen Musikinformationszentrum nach Angaben des Statistischen Bundesamts.

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