Die Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen in der HRK (RKM) hat an ihrer Winterkonferenz am 19. Januar 2025 beschlossen, eine hochschulübergreifende Studie zu Erscheinungsformen von Machtmissbrauch an Musikhochschulen durchzuführen. Ein entsprechender Förderantrag wurde jetzt durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) bewilligt. Die Studie startet noch im laufenden Wintersemester 2025/26 und wird in einem zweistufigen Verfahren – quantitative Datenerhebung und qualitative Fallstudien – durch eine externe und unabhängige Institution bis zum Sommer 2026 durchgeführt.
Prof. Christian Fischer, Vorsitzender der RKM sagt hierzu: „Ich freue mich sehr über die Förderzusage des BMFTR, mit der diese wichtige Studie nun begonnen werden kann. Die etwa 20.000 Studierenden an den deutschen Musik-, Tanz- und Theaterhochschulen fordern zu Recht eine (selbst-)kritische Auseinandersetzung mit Machtstrukturen und Machtmissbrauch an ihren Hochschulen. Wir erhoffen uns von der Studie auch Erkenntnisse über die jeweiligen Präventions- und Sanktionsmaßnahmen der Hochschulen, auch in Bezug zu unseren im Mai 2024 beschlossenen Handlungsempfehlungen.“
Die empirische Studie wird von einem externen Institut durchgeführt, ist zwingend anonym und eine Teilnahme der Studierenden und Lehrenden freiwillig. Die Kombination aus zwei Komponenten bietet den Vorteil, zum einen durch die online-Befragung der Zielgruppen „Studierende“ und „Lehrende“ (Professor:innen, akademischer Mittelbau und Lehrbeauftragte) eine breite Datenbasis zu erhalten und dadurch einen Repräsentativitätsanspruch garantieren zu können. Zum anderen dienen die ausgewählten Fallstudien dazu, den Besonderheiten einzelner Standorte bzw. einzelnen Aspekten des Unterrichts an Musikhochschulen Rechnung zu tragen, um dadurch Erkenntnisse zu unterschiedlichen Fachbereichen wie Musik, Theater, Tanz und Einzelunterricht (1:1 Unterricht) zu gewinnen.
An dem bundesweiten Aktionstag KUNST. MACHT. MENSCHLICHKEIT am 27. November beteiligen sich alle 24 deutschen Musikhochschulen und setzen damit ein deutliches Zeichen gegen Diskriminierung und Machtmissbrauch und für eine offene Auseinandersetzung mit Machtverhältnissen, für Prävention und strukturellen Wandel – intern wie extern.
Eine Übersicht der (hochschulinternen) Veranstaltungen der einzelnen Hochschulen finden Sie hier.