Das Musiktheater im Revier (MiR) gehört zu den elf bundesweit ausgewählten Institutionen im Förderprogramm „Kunst & KI“ der Kulturstiftung des Bundes. Das Programm unterstützt über drei Jahre Projekte, die das ästhetische Potenzial von Künstlicher Intelligenz erforschen und ihre gesellschaftlichen Auswirkungen reflektieren. Das MiR.LAB, das Digitallabor des Theaters, widmet sich im Rahmen der Förderung der Entwicklung eines neuen interaktiven Musiktheaterstücks mit dem Titel „The System Cannot Fail“.
Das Projekt entsteht unter der Leitung von MiR.LAB-Leiterin Nora Krahl und dem Technischen Leiter Baris Pekcagliyan gemeinsam mit der New Yorker Künstlerin Ellen Pearlman. Sie ist Gastwissenschaftlerin an der Tandon School of Engineering der New York University und Gastdozentin am Royal College of Art in London.
Für „The System Cannot Fail“ untersucht das Team, wie Künstliche Intelligenz Erinnerungen und Identitäten speichert, verändert oder löscht. Im Zentrum steht die künstlerische Auseinandersetzung mit maschineller Wahrnehmung, Erinnerung und Identitätsbildung. Dabei geht es nicht darum, Technologien auf der Bühne abzubilden, sondern ihre Mechanismen kritisch zu hinterfragen: Was bedeutet es, wenn Künstliche Intelligenzen beginnen, unsere Realität mitzuschreiben? Wer entscheidet, was sie erinnern, vergessen oder neu erzeugen? Parallel dazu entstehen in dem offenen Forschungsprozess neue dramaturgische Ansätze, die die Grenzen zwischen Mensch und Maschine künstlerisch austesten. Eingesetzt werden aktuelle Verfahren aus der Bild-, Klang- und Textgenerierung, biometrische Datenerfassung sowie interaktive Systeme, die eine unmittelbare Reaktion auf das Publikum ermöglichen.
Am Ende der dreijährigen Projektlaufzeit sollen die Forschungsergebnisse in einer großformatigen, interaktiven Bühnenproduktion im Musiktheater im Revier zur Uraufführung kommen. Workshops und Diskussionsreihen begleiten den Entwicklungsprozess und öffnen ihn sowohl für ein internationales Fachpublikum als auch für die Gelsenkirchener Öffentlichkeit.
Dass eine der wenigen Projektförderungen dieser bundesweiten Ausschreibung an das Musiktheater im Revier Gelsenkirchen geht, setzt ein starkes kulturpolitisches Signal und beweist, dass auch abseits großer Kultur- und Wissenschafts-Metropolen zukunftsweisende Projekte erdacht und realisiert werden.
Das MiR.LAB wird gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Förderprogramms NEUE WEGE, der Stadt Gelsenkirchen sowie der Sparkasse Gelsenkirchen. „The System Cannot Fail“ wird gefördert im Programm Kunst & KI der Kulturstiftung des Bundes. Gefördert von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.