„Die Zauberflöte“ war auch 2023/24 die beliebteste Oper in Deutschland. Unter den 20 meistaufgeführten Opern der Spielzeit finden sich fünf Werke von Wolfgang Amadeus Mozart.

Mit 202 Aufführungen führt „Die Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart die Liste der meistgespielten Opern der Spielzeit 2023/24 erneut an. Die 19 Operninszenierungen des Werks wurden rund 190.000 Mal besucht. Eine vergleichbar hohe Aufführungszahl (195) erreichte Puccinis La bohème – das Werk wurde 2023/24 so häufig gespielt wie seit fast einem Jahrzehnt nicht mehr und zuletzt in 21 Inszenierungen auf die Bühne gebracht. Ebenfalls 21 Inszenierungen hatte Engelbert Humperdincks Märchenoper „Hänsel und Gretel“. Früher häufig im Wechsel mit der „Zauberflöte“ die meistgespielte Oper in Deutschland, belegte das Werk zuletzt Platz drei der meistgespielten Opern.

Traten in dem Ranking der Meistgespielten unter den durch die Pandemie stark eingeschränkten Spielzeitbedingungen z. T. noch einige zeitgenössische Werke in Erscheinung, die selten auf deutschen Bühnen gezeigt werden, so besteht die Liste der meistgespielten Opern seit 2022/23 wieder ausschließlich aus Werken, die auch vor der Pandemie häufig in Deutschland zu sehen waren und von denen keines ein zeitgenössisches Werk ist. Insgesamt zwölf der 20 meistgespielten Opern 2023/24 stammten von Mozart, Puccini, Rossini und Verdi. 

Die Breite des Opernrepertoires an den Musiktheatern in Deutschland – in der Spielzeit 2023/24 wurden 307 Opernwerke 726 Mal inszeniert und rund 5.000 Mal aufgeführt – kann das vorliegende Ranking allerdings ebenso wenig erfassen wie den Stellenwert zeitgenössischer Opern. So wurden allein 56 Opernwerke in der Spielzeit 2023/24 in Deutschland uraufgeführt, insgesamt gab es 158 Inszenierungen zeitgenösssicher Werke, die 1945 oder später entstanden waren. Da zeitgenössische Werke im Laufe einer Spielzeit meist nur jeweils an einem einzigen Theater inszeniert werden, fällt auch die Zahl der Aufführungen vergleichsweise geringer aus als bei dem älteren, klassisch-romantischen Opernrepertoire, das häufiger zeitgleich bei mehreren Bühnen auf dem Spielplan steht.

Tabelle
Die Opern mit den meisten Aufführungen der Spielzeit 2023/24
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Hinweis

Grundlage der Werkstatistik ist eine Online-Befragung (bis Spielzeit 2013/14 schriftlich) sämtlicher Staats-, Stadt- und Landestheater sowie der wesentlichen privaten Bühnen im deutschsprachigen Raum. Darüber hinaus werden produzierende Festivals und Ausbildungsinstitute, an denen unter professionellen Bedingungen erarbeitete Inszenierungen zur öffentlichen Aufführung gelangen, berücksichtigt. Erfasst wird das aufgeführte Gesamtrepertoire der Häuser (Eigen- und Koproduktionen) einschließlich konzertanter Aufführungen und Gastspiele in anderen Häusern; Gastspiele fremder Ensembles im eigenen Haus bleiben unberücksichtigt. Da manche Theater nur Aufführungen, jedoch keine Besuchszahlen melden, kann es in einigen Fällen zu Lücken in der Darstellung kommen.

Mit der Werkstatistik 2014/15 ging eine Neufassung der Gliederungssystematik einher, um der Vielfalt von Werkmanifestationen in unterschiedlichen Theaterformaten Rechnung zu tragen. Ausschlaggebend ist seitdem nicht mehr eine vorab festgelegte Zuordnung eines Werkes in die drei Hauptsparten Musiktheater (Oper, Operette, Musical), Schauspiel und Ballett/Tanz, sondern die Entscheidung der Theater, wie sich eine Inszenierung als Werk positioniert. Dazu wurde die Gliederungssystematik erweitert: Gleichwertig zu den Hauptsparten werden seit 2014/15 auch das Kinder- und Jugendtheater, Puppen/Figurentheater, Revue/Liederabend sowie Mehrspartenprojekte/Performances geführt. Opern bzw. Opernbearbeitungen, die diesen Sparten zugeordnet werden, sind in der vorliegenden Statistik nicht berücksichtigt. Dies gilt auch für Inszenierungen, die in die seit der Spielzeit 2019/20 geführte Sparte Digitales Theater fallen; die Sparte umfasst sowohl genuin digitale Inszenierungen als auch Bühneninszenierungen, die live gestreamt oder als Aufzeichnung online gestellt werden.

Statistik

Fußnoten

  1. Ab März 2020 kam es infolge der COVID-19-Pandemie wiederholt zu Einschränkungen des Spielbetriebs bis hin zu Schließungen von Spielstätten, was sich in den Spielzeitdaten niederschlägt.

  2. Da im Gegensatz zu vorangegangenen Ausgaben der Statistik ab der Spielzeit 2014/15 nur noch Aufführungen in Originalfassungen berücksichtigt werden, hat sich die Aufführungszahl von Mozarts „Die Zauberflöte“ im Vergleich zu den Vorjahren deutlich reduziert. Dies liegt daran, dass dieses Werk traditionell häufig in Kinder- und Jugendfassungen bzw. in anderen Bearbeitungen zu sehen ist.

Quelleninformationen

Zusammengestellt vom Deutschen Musikinformationszentrum nach: Wer spielte was? Werkstatistik, hrsg. vom Deutschen Bühnenverein, diverse Jahrgänge.

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